Woher kommt der Clown ?                - Historie & Gegenwart -

Laut Wikipedia ist der Clown ein Artist dessen primäre Kunst es ist Menschen zum Lachen zu bringen. Aber ich bin nicht der Ansicht, dass man es sich bei der Begriffsdefinition so einfach machen sollte.

 

Wo kommt der Clown also her?

 

Aus den Vorläufern des Theaters? Zu Beginn des 16. Jahrhunderts traten Clowns in den Pausen englischer Bühnenstücke zur Unterhaltung der Zuschauer auf.

 

Aus der italienischen Commedia dell’arte? Dann reden wir über eine Zeit von 1570 bis ca. 1750, wo vagabundierende Schauspielertruppen mit komischen Stücken und typisierten Figuren auftraten. Diese Aufführungen waren stets improvisiert und mit artistischen Einlagen versehen.

 

Aus dem Circus? Am 04. April 1768 gründete Philip Astley den ersten Circus der Neuzeit in London. In Anlehnung an den römischen Circus Maximus nannte er seine Reitschule, in der er nachmittags Vorstellungen gab, Circus.

 

Der amerikanische Clown Tom Belling (1843 – 1900) kreierte die Figur des dummen Augustes. Lagen hier etwa die Ursprünge des heutigen Clowns?

 

Gab es also vor dem 16. Jahrhundert keine Clowns? Wenn wir uns nicht an dem Begriff Clown festhalten, sondern vielmehr daran was einen Clown ausmacht sieht das ganz anders aus.

 

Ein Clown hat Narrenfreiheit und in diesem Wort steckt vor allem der Narr.

In der Geschichte treffen wir bereits im 5. Jahrhundert vor Christus bei den alten Griechen auf die „komische Figur“, die bei Volksfesten zu Ehren des Gottes Dionysos entstand.

 

In der römischen Antike gab es den Centunculus (hundert Fleck), der auf römischen Märkten und öffentlichen Plätzen seine, meist derben, Späße trieb. Der Minus Albus (weiße Mime) verkörperte in römischen Komödien der Antike den Weißclown.

 

Im 12. Jahrhundert war die Hochzeit der Hofnarren, die teilweise erheblichen Einfluss erreichen konnten.

 

 

Ganz gleich wie sie genannt wurden – Clowns gab es in allen Kulturen, Religionen und Zeitepochen, die Bezeichnungen variierten sicherlich, nicht aber das, was einen Clown letztendlich ausmacht – sich über Tabus, Vorschriften und moralische Normen hinwegzusetzen. Diese sprichwörtliche Narrenfreiheit hat es immer gegeben und sie gibt es auch heute.

 

Eines hat sich meiner Meinung nach allerdings nie geändert: Der Clown, ganz gleich ob in der heutigen Form oder bei den historischen Vorläufern, stand und steht immer am Rand der Gesellschaft, auch wenn er teilweise erheblichen Einfluss gewinnen konnte und nach wie vor kann.

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© Helmut Klinkenberg

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